Allgemeine Regeln

Das Spielfeld

Größe und Abmessungen
Länge: höchstens 75 m, mindestens 60 m
Breite: höchstens 30 m, mindestens 20 m
Idealmaß: 65m x 25m

Der Boden
Der Boden muss eben und weich sein, gleichzeitig aber nicht rutschig, um für Pferde und Spieler gefahrlos bespielbar zu sein. Spielfelder können entweder in einer Halle oder auf einem Platz sein. Wenn sich das Spielfeld außerhalb befindet, muss es gut entwässert sein, um auch bei feuchtem Wetter bespielbar zu sein.

Die Sicherheitszone
An jeder Seite des Spielfeldes angrenzend sind die Sicherheitszonen. Diese ist zwischen 3m und 5m breit und jeweils so lang wie die Seite des Feldes. In dieser Zone dürfen sich je Mannschaft ein Trainer, bis zu sechs Helfer und zwei Auswechselspieler aufhalten.
Spielfelder außerhalb werden bevorzugt. Die FIHB kann offizielle Wettbewerbe auch in einer Halle autorisieren. Wenn nicht genügend Platz für eine Sicherheitszone vorhanden ist, dann sollte das Spielfeld die Form einer Manege annehmen mit Banden an den Seiten (für die Sicherheit der Spieler und Pferde). In diesem Fall muss der Platz für Auswechselspieler so positioniert sein, dass sie einfachen und schnellen Zugang zum Spielfeld haben.

Begrenzung des Feldes
Das Ende jedes Spielfeldes muss geschlossen und mindestens 1,60 m hoch sein. Die Bande an jedem Ende sollte soweit über das Spielfeld hinausragen, dass sie das Ende der Sicherheitszone anzeigt. Sie sollte außerhalb des Spielfeldes eine Mindesthöhe von 1,20 m haben. Hinter jedem Tor muss ein Netz angebracht sein, welches verhindert, dass der Ball aus dem Spielfeld fliegt. Es sollte 4,50 m hoch sein und 5 m über jede Seite des Tores hinausgehen. Die Grenzen zwischen dem Spielfeld und der Sicherheitszone müssen markiert und auf ihrer ganzen Länge passierbar sein. Eine etwas erhöhte Grenze wird bevorzugt, um zu verhindern, dass der Ball aus dem Spielfeld rollen kann. Alle Grenzen müssen für Pferd und Reiter sicher sein. Die Grenzen an sich sind ein Teil des Spielfeldes.

Spielfeldmarkierungen
An den langen Seiten des Spielfeldes müssen durch Flaggen oder sonstige Markierungen erkennbar sein:
– die Mittellinie
– die 5 Meter-, die 10 Meter-, und die 15 Meter-Straflinien, von der Vorderkante der
beiden Tore aus gemessen.
– Markierungen, die 0,5 m an jeder Seite der Mittellinie anzeigen („Einwurflinien“)

Regeln_Spielfeld

Die Tore

Es gibt zwei Tore, die jeweils in der Mitte von jedem Ende des Spielfeldes angebracht sind.Regeln_Tor_200x300

Die Tore sind kreisrund mit einem inneren Durchmesser von 1 m. Sie sind aus stabilem Material mit einer Dicke von 6 cm. Sie sind vertikal auf einer Höhe von 3,50 m angebracht und ragen 2,50 m in das Spielfeld hinein. Die Tore sollten weiß sein, mit einem weißen Netz (4cm Maschen).

Sie können entweder frei schwebend oder auf einen Rahmen aufgehängt sein. In letzterem Fall darf der Boden des Rahmens nicht innerhalb des Spielfeldes stehen.

 

 

Regeln_Tor_2

Der Ball

Der Ball ist ein leichter Fußball Größe 4. Er ist umgeben von einem Netz, an welchem Regeln_Ballsechs Lederschlaufen festgemacht sind. Jede Mannschaft muss beim Einreiten in das Spielfeld einen Ball mitführen.

Eigenschaften:
Ballgröße: 4
– Kreisumfang des Balls: 65cm
– Länge der Schlaufen: 31cm
– Breite der Schlaufen: 2cm
– Abstand zwischen den Fixpunkten der Schlaufe:
20cm
– Dicke der Schlaufen: 6/8mm
– Gesamtgewicht: 600/700g

Weitere Ballgrößen:
– für Jugendliche 60 cm, Gewicht 500-600 g
– für Kinder (bis 10 Jahre) 47 cm, Gewicht
400-500 g

 

Die Mannschaften

Allgemeines
Ein Team besteht aus sechs Pferden und sechs Reitern. Nur vier der Spieler dürfen sich gleichzeitig auf dem Spielfeld aufhalten. Ein Team kann mit nur drei Spielern spielen, weniger sind nicht erlaubt. Auswechselspieler müssen sich in der Sicherheitszone aufhalten, bis ein Wechsel erfolgt.

Das Auswechseln
Das Auswechseln kann unter folgenden Umständen erfolgen:
– bei Spielstopps, ohne dass die Zeit angehalten wird (Bsp.: Ball im Aus, Einwurf…)
– bei Auszeiten, die von der einen oder anderen Mannschaft genommen wurden
– bei Auszeiten die vom Schiedsrichter genommen wurden.

Die Auswechslungen sind zahlenmäßig nicht begrenzt. Der Auswechselspieler reitet auf seiner Spielhälfte ins Spielfeld ein.

Rechte und Pflichten des Kapitäns
Jede Mannschaft muss einen Kapitän haben, den man leicht durch eine farbige Armbinde erkennt. Der Kapitän ist der einzig Bevollmächtigte im Team, d.h. er organisiert und kontrolliert sein Team. Er ist der einzige Spieler, der den Schiedsrichter ansprechen darf. Der Kapitän ist befugt, den Schiedsrichter nach dem Grund seiner Entscheidungen und nach grundlegenden Informationen zu fragen, die mit dem laufenden Spiel zusammenhängen. Er muss dem Schiedsrichter mit Höflichkeit und Respekt gegenübertreten.

Bevor der Kapitän das Spielfeld in einem Spiel verlässt, muss er seine Armbinde an
einen anderen Spieler weitergeben, der auf dem Spielfeld bleibt.

Die Spieler

Die Lizenzen
Spieler, die in einem Turnier spielen, das von oder für die FIHB organisiert wird, müssen Mitglieder ihres eigenen Nationalen Horseball Verbandes (ONHB) sein. Ein Spieler, der für ein anderes Land spielen will, kann dies gemäß den Statuten der Federation Nationale d’Equitation beantragen.

Ausstattung der Spieler
Die schwarz/weißen Trikots mit 5cm breiten vertikalen Streifen sind nur für die Schiedsrichter vorgesehen.
Die Ausrüstung der Spieler besteht aus folgendem:

– einem Helm, welcher der europäischen Sicherheitsnorm entsprechen muss
– Trikots, die von 1 bis 6 numeriert sein müssen, auf der Brust (10cm) und auf dem
Rücken (20 cm)
– Reitstiefel (Leder oder Gummi)
– Reithose in einheitlicher Farbe.
– Das Tragen von Schutzsachen wird empfohlen (z.B. Rückenschutz oder Knieschoner).
– Sporen sind freigestellt, jedoch sind Rädchensporen und Sporen die Verletzungen
hervorrufen können verboten; ein Sporen der eine sichtbare Verletzung provoziert
hat, muss bis zum Ende des Spiels ausgezogen werden. Nur Sporen mit
abgerundetem Ende und einer Länge von höchstens 3cm sind erlaubt. Die Sporen
müssen auf normaler Höhe und ausschließlich mit Sporenriemen befestigt sein.
– Gerten dürfen während eines Spiels nicht benutzt werden und sind jedoch in
einem separaten Abreitebereich gestattet
– Das Tragen von Schmuck ist verboten (Ketten, Ringe…), außer wenn sie sicher
geschützt sind.

Shirts mit schwarzen und weißen vertikalen Streifen (5cm) sind für den Schiedsrichter reserviert. Jegliches Sponsoring auf dem Pferd oder dem Reiter muss konform zu den Regeln der ONHB des jeweiligen Landes sein, in welchem das Event stattfindet.

Schutz des Spielers
Bei jeder Verletzung die eine Blutung hervorruft, muss der Spieler das Feld verlassen und darf es erst wieder mit Zustimmung eines Arztes und mit korrekt verbundener Wunde betreten.

Die Pferde

Allgemeines
Die Anzahl der Pferde pro Mannschaft beträgt maximal 6, wobei sich höchstens 4 und mindestens 3 gleichzeitig auf dem Feld befinden. Ein Pferd kann nur an einem Spiel pro Tag teilnehmen. Wird die Spieldauer verkürzt, so sind 2 Spiele möglich (mit entsprechender Pause zwischen den Spielen). Horseball kann auf jedem Pferd gespielt werde, dass mindestens 5 Jahre alt ist, einen Pferdepass besitzt und alle erforderlichen Impfungen erhalten hat.
Pferde, die auf dem Spielbogen stehen, dürfen während des Abreitens und während des Spiels von niemand anderem als den Spielern, einem Pfleger oder dem Trainer geritten werden.

Ausstattung der Pferde (von Spieler und Schiedsrichter)
Die Ausrüstung der Pferde ist wie folgt geregelt:
– Alle Gebisse, außer Stangengebisse, sind erlaubt. Trotzdem dürfen Gebisse, die
Verletzungen hervorrufen können, vom Schiedsrichter verboten werden.
– Ein feststehendes, oder elastisches Martingal ist Pflicht. Das Schützen der
Pferdebeine (mit Bandagen oder Gamaschen) ist Pflicht, genauso wie das Anlegen
von Sprungglocken an allen Beinen. Bei Verlieren eines Beinschutzes wird das Pferd
während eines Spielstopps auf Verlangen des Schiedsrichters ausgewechselt. Lässt
sich der Schutz nicht ersetzen, darf dieses Pferd nicht wieder eingewechselt werden.
– Nur englische Sättel sind erlaubt.
– Das Benutzen von Schraub- oder fixen Stollen ist erlaubt.
– Der Fallgurt muss sicher, anpassungsfähig und sauber sein. Er muss durch eine
Schlaufe, die sich in der Mitte des Sattelgurtes unter dem Bauch des Pferdes befindet
(Martingalschlaufe), hindurch gehen.

Trainer und Pfleger

In der Sicherheitszone wird nur ein Trainer und ein Pfleger pro Pferd geduldet. Auf eine angemessene Kleidung, die mit den Farben der Mannschaft übereinstimmen, sollte geachtet werden. Der Trainer und die Pfleger dürfen den Schiedsrichter nicht ansprechen. Nichtbeachtung kann zu einem Platzverweis führen. Außerhalb der Auszeiten und der Halbzeit dürfen sich der Trainer und die Pfleger nur in dem für sie vorgesehenen Teil in der Sicherheitszone aufhalten. Nichtbeachtung kann zu einem Platzverweis führen.

Die Offiziellen

Der Supervisor
Der allgemeine Ablauf eines Turniers wird von einem Supervisor überwacht, der von der ONHB bestimmt wird.
Seine Aufgabe ist es die Schiedsrichter für die Spiele einzuteilen, an die Richtlinien zu erinnern und auf den geordneten Ablauf des Turniers zu achten. Er ist der Präsident des Schiedsgerichts. Er mischt sich nicht in das Schiedsrichten während eines Spieles ein. Weitere Aufgaben sind:

– Durchführung und Leitung des Veterinärchecks
– Entscheidung, ob das Spielfeld bespielbar ist
– Schlichten von Streitereien
– Annahme von Reklamationen die das Reglement betreffen
– Kontrolle der Papiere der Pferde
– Kontrolle der Spielerlizenzen

Die Schiedsrichter
Die Spiele werden von zwei Schiedsrichtern kontrolliert, einem Feldschiedsrichter (auf dem Pferd), und einem Stuhlschiedsrichter. Der Stuhlschiedsrichter sitzt erhöht innerhalb der Sicherheitszone auf Höhe der Mittellinie. Der Stuhlschiedsrichter signalisiert dem Feldschiedsrichter alle Regelwidrigkeiten mit Hilfe eines Fähnchens oder mit Hilfe eines Walki-Talkis. Durch eine Auszeit kann der Feldschiedsrichter sich mit dem Stuhlschiedsrichter besprechen um eine Entscheidung bei Unklarheiten treffen zu können. In jedem Fall sind die Entscheidungen des Feldschiedsrichters entscheidend und er kann zu jeder Zeit eingreifen, um die Regeleinhaltung und auch die sportliche Fairness zu gewährleisten. Für alle offiziellen Turniere bestimmt die FIHB oder die nationale ONHB die Schiedsrichter. Die Schiedsrichter müssen eine Lizenz der ONHB, der sie angehören, besitzen. Eine Versicherung für potentielle Schäden obliegt ihrer eigenen Verantwortung. Nur die Kapitäne dürfen sich während des Spiels mit dem Schiedsrichter verständigen. Die Schiedsrichter müssen das Spiel gemäß dem Reglement leiten. Vor Spielbeginn müssen die Schiedsrichter die Ausrüstung von Reitern und Pferden überprüfen. Ebenso alle technischen Hilfsmittel, die von den Schiedsrichtern und ihren Assistenten benötigt werden. Die Schiedsrichter haben die Entscheidungsmacht bei Regelverstößen. Dies gilt auf dem Spielfeld und außerhalb dessen Abgrenzungen während des Spiels, sowie während des Abreitens das mindestens 30 min vor dem Spiel beginnt, bis zu 30 min nach dem Spiel. Das Schiedsrichterpferd kann vom Veranstalter zur Verfügung gestellt oder vom Schiedsrichter mitgebracht werden, je nach den Gegebenheiten. Der Veterinärcheck ist auch für die Schiedsrichterpferde Pflicht.

Der Tierarzt
Der Tierarzt muss sich während des Spiels neben dem Stuhlschiedsrichter aufhalten. Er teilt diesem mit, wenn der Zustand eines Pferdes eine Spielunterbrechung erfordert. Der Stuhlschiedsrichter teilt dem Feldschiedsrichter diese Entscheidung mit, der daraufhin das Spiel anhält um das betreffende Pferd versorgen zu lassen. Der offizielle Tierarzt ist für den Schutz der Pferde während des Spiels zuständig. Er kann eine Spielunterbrechung fordern, falls ihm eine Verletzung eines Pferdes auffällt. Das entsprechende Pferd darf erst mit Zustimmung des Tierarztes wieder am Spiel teilnehmen.

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